Uupps! Wer hat den Oscar zerkratzt? COUCHGEFLÜSTER Bei „Wetten, dass..?“ passiert vor
und hinter den Kulissen einiges. Nicht über alles sollte man reden, einiges aber ist erwähnenswert
und anderes wird man nicht vergessen geschrieben von: PHILIP O.J. ALSEN, Wetten, dass..?-Magazin-Redakteur
KRITIK & KAMPFANSAGE
Der Hut war „doof“, die Wetten „langweilten“,
der Bart war „bescheuert“
und der eine oder andere Spruch „daneben“
– wer am Tag nach der Show
die Kritiken liest, staunt,
was die Journalisten
manchmal schreiben.
Wie gut, dass die Zuschauer
anders denken.
Rund 13,42 Millionen
sahen die Show
aus Dortmund. Die parallel
laufende Free-
TV-Premiere „Road to
Perdition“ mit Tom
Hanks lockte im Vergleich dazu bescheidene
1,5 Millionen. Doch RTL
will’s wissen: Kann das „Quotenmonster“
erlegt werden? In Freiburg
wird zur Jagd geblasen. Die Superstars
und das Box-Comeback von
Henry Maske sollen’s bringen. Gottschalk
sieht’s gelassen: Ob man einen
Moderator mit Hut, Bart oder in
Frauenkleidern gut findet, ist egal –
„Show ist, wenn etwas Überraschendes
passiert!“ Recht hat er!
Und wer störte sich am Hut? Nur die Kritiker
Nur ungern stieg Susanne Fröhlich auf die Waage
– und bekam prompt den Schwarzen Peter
VERLORENE PFUNDE
Apropos Frauenkleider: Gottschalk
wird sich in Freiburg während der Show
Stück für Stück in eine Frau „verwandeln“.
Da stöhnen dann zwar wieder
die Kritiker, aber der Moderator geht
mit gutem Beispiel voran. Denn der
neue Vorsatz, auch prominente Gäste
in Sachen Wetteinlösung nicht zu
schonen, kommt bei den Zuschauern
gut an. An dieser Stelle deswegen ein
Kompliment an die Gäste: Danke
Rolando Villazón und danke Lionel
Richie fürs Mitspielen! Dass sich ein
Opernstar zur Gaudi des Publikums
auf einen elektrischen Bullen setzt und
ein Popstar Helium einatmet, um mit
einer Mickymaus-Stimme zu singen,
ist nicht selbstverständlich.
Nur ein Gast war über
seine Einlösung nicht glücklich:
„Moppel-Ich“-Autorin
Susanne Fröhlich schien sich
bei der „Waagen-Nummer“
nicht recht wohl zu fühlen. Die
Waage zeigte 267 Kilogramm.
„Ich wiege 93 Kilo“, sagte Gottschalk.
„Ich 65“, behauptete
Christine Neubauer. Und wer hat
die fehlenden 109 Kilogramm? Liebe
Frau Fröhlich, neulich hat ein Bremer
eine Rechnung bekommen, nach
der er 120 Stunden an nur
einem Tag telefoniert haben
soll – Grund dafür war ein
technischer Defekt!
ZUM THEMA WETTEN…
…fiel den meisten in Dortmund
ein, dass diese schon
spannender waren, aber
mal ehrlich: So
schlecht waren sie
nicht, nur schwieriger:
Der „Blechklopfer“
zum Beispiel gewann seine
Wette in der Generalprobe,
und auf die Idee, Stahlqualitäten
am Funkenflug zu
erkennen, muss man erst mal
kommen. Wer mal versucht
hat, eine Spielkarte weiter als zwei Meter
zu werfen, erkennt die wahre Leistung
des Kandidaten. Trotz der leichten
Kritik: Die Quotenauswertung
zeigt, dass die Kandidaten wieder
einmal die Helden der
Show waren!
Der Wettkönig von Dortmund: Frank Herbst
Sympathisch: der Auftritt im Nachthemd
ZEITENWANDEL
„Oh Gott!“ und „Wie weit
sind wir gesunken, dass jemand
im Nachthemd im
Fernsehen auftritt?“ Als
„Blacky“ Fuchsberger 1983 als
Sühne für eine bei Frank
Elstner verlorene Wette seine
Show „Auf los geht’s los!“ im Nachthemd
moderierte, war das Entsetzen
groß. Deutschlands Moral schien gefährdet…
Heute ist Fernsehen – zum
Glück – weniger steif. Fuchsberger erntete
Sympathien statt Schmähungen.
Wir stimmen dem begeisterten Jungen
im Publikum zu: „So einen
Opi hätte ich auch gern!“