Die Göttin der Klassik
Das Wunder von Salzburg – was für ein schmeichelhafter Titel! Vergeben von einem begeisterten Publikum, begleitet von Standing Ovations. Nach ihrem Debüt 2002 bei den Salzburger Festspielen in Mozarts „Don Giovanni“ wird Anna Netrebko (38) vom Publikum auf Händen getragen. Ein erstes großes Ereignis in der Karriere der damals 31-jährigen Sopranistin. Plötzlich ist sie auf der ganzen Welt gefragt. Für ein Konzertticket bieten die Fans auf dem Schwarzmarkt bis zu 4500 Euro oder – noch verrückter – zwei Wochen Urlaub in der Karibik, um das Stimmwunder live auf der Bühne zu sehen.
Und auch die Presse überschlägt sich mit Lobeshymnen. So schreibt die britische Zeitung „The Independent“: „Netrebko ist, mit einem Wort, sensationell… Netrebkos Stärke liegt nicht nur in der Beweglichkeit ihrer Stimme und in der Faszination ihrer spektakulären hohen Töne – nein, einzigartig sind vielmehr Fülle und Schönheit ihres mittleren Registers… Wahrhaft überwältigend. Hier entspricht einmal der seelische Reichtum ganz dem Reichtum des Klangs.“ Und das alles ohne Star-Allüren.
Privatleben trotz Weltkarriere
Aber neben dem Starrummel schafft es die gebürtige Russin, auch das Leben zu genießen. So trifft sie sich mit Freunden, liebt Modemagazine, Shopping, Filme, Essengehen und Tanzen. Nicht zu vergessen ihren Lebensgefährten Erwin Schrott (37). Ein erfolgreiches Paar, das auch beruflich eine große Leidenschaft teilt: die Oper. Der smarte Künstler aus Uruguay singt Bassbariton und ist weltweit fast schon so gefragt wie Anna Netrebko.
2008 kommt der gemeinsame Sohn Tiago Aruã auf die Welt und verschafft der Opernsängerin eine kleine Auszeit. Seit 2009 ist die Babypause vorbei und Anna Netrebkos Terminkalender so voll, als wäre sie nie weg gewesen: Moskau, St.Petersburg, New York, Washington, Berlin, Wien ...
Und wie schafft sie das?
Vielleicht weil sie ihrem Lebensmotto treu geblieben ist und das Singen um seiner selbst Willen liebt und nicht, um berühmt zu werden. Außerdem schreibt sich Anna Netrebko eine typisch russische Eigenschaft zu: „Wir brauchen im mer etwas, worüber wir uns Sorgen machen können. Wenn alles gut läuft, dann werden wir misstrauisch.“
Irgendwo wartet also immer eine Herausforderung – wie jetzt ihr neues Album „In the Still of Night“, das am 26. März erscheint, oder der Auftritt mit dem „Rimski-Korsakov Opus 27 Nr. 4“ bei „Wetten, dass..?“ gemeinsam mit der Starpianistin Elena Bash kirova (52). Und das in Salzburg, wo ihr Erfolg begann.