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Christoph Waltz

Charakterdarsteller mit "Oscar"

Charakterdarsteller mit "Oscar"
Mit seiner Rolle in Quentin Tarantinos Meisterwerk "Inglorious Basterds" gelang Christoph Waltz ein Erfolg, wie ihn zuvor kaum ein deutschsprachiger Schauspieler feiern konnte: Für seine Rolle des SS-Standartenführers Hans Landa wurden ihm unzählige Preise verliehen, darunter der "Golden Globe", der Preis der Filmfestspiele in Cannes, der "Critics Award" der amerikanischen Filmkritiker und - natürlich - der "Oscar". Der Sohn eines Deutschen und einer Österreicherin ist seit Jahren einer der international renommiertesten Charakterdarsteller. Sein gemeinsamer Film mit Seth Rogen und Cameron Diaz, "Green Hornet", wird ab dem 13. Januar 2011 in den deutschen Kinos zu sehen sein.

Christoph Waltz wurde am 4. Oktober 1956 als Sohn des Bühnen- und Kostümbildner-Paares Johannes Waltz und Elisabeth Urbanic in Wien geboren. Hineingeboren in die Welt des Theaters, absolvierte er eine Schauspielausbildung am renommierten Max-Reinhardt-Seminar in Wien und am Lee-Strasberg-Theater in New York. Zusätzlich studierte er Gesang an der Akademie für Musik und darstellende Künste in Wien.

Beeindruckend breites Repertoire
Seine Laufbahn als Schauspieler begann Christoph Waltz in den 70er Jahren mit klassischer Bühnenarbeit, sein Theaterdebüt hatte er 1977 in Wien. Bis Anfang der 90er Jahre erarbeitete er sich an den verschiedensten Bühnen ein beeindruckend breites Repertoire unterschiedlichster Rollen. Von 1981 bis 1983 spielte er am Schauspielhaus Zürich unter anderem in "Amadeus" unter der Regie von August Everding und in "Hamlet" unter der Regie Benno Bessons. Am Schauspiel in Köln sah man ihn danach in "Das alte Land" unter der Leitung von Jürgen Flimm, in Hamburg in "Penthesilea", in Frankfurt im "King Lear" und in Salzburg in "Der einsame Weg" unter der Regie von Thomas Langhoff.

Seine Film- und Fernsehkarriere begann 1979 mit einer Rolle in "Der Vetter im 7. Bezirk". Eine seiner ersten Kinoproduktionen war 1982 "Feuer und Schwert - Die Legende von Tristan und Isolde". Im Fernsehen sah man ihn danach unter anderem 1986 in dem Mehrteiler "Lenz oder die Freiheit". 1991 fiel Christoph Waltz mit seiner Darstellung des Maximilian Kolbe in Krzysztof Zanussis Kinodrama "Leben für Leben" auf. Ein starker Kontrast dazu war dann 1992 die TV-Komödie "5 Zimmer, Küche, Bad", die zwei unter akuter Wohnungsnot leidende Singles in einer Notwohngemeinschaft landen lässt.

Glanzrolle als Roy Black
Tom Toelle holte Waltz 1993 für sein Wiedertäuferdrama "König der letzten Tage" vor die Kamera. Den "Amokläufer von Euskirchen" spielte er 1994 in dem TV-Drama "Tag der Abrechnung" nach einer wahren Begebenheit. Für seine herausragende Darstellung des Sängers Roy Black in Peter Keglevics TV-Film "Du bist nicht allein - Die Roy Black Story" wurde er 1996 mit dem Fernsehspielpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste in der Kategorie "Bester Schauspieler" ausgezeichnet. Regisseur Krzystof Zanussi holte Waltz im selben Jahr für seine Verfilmung des 1945 von Papst Johannes Paul II. verfassten Bühnenstücks unter dem Titel "Bruder unseres Gottes", das 1997 in der ARD zu sehen war.

An der Seite von Götz George sah man Christoph Waltz 1997 in "Schimanski - Blutsbrüder" und als Partner von Katja Flint in "Vickys Alptraum". Einem größeren Kinopublikum bekannt wurde er 1998 gleich mit zwei Filmen. Als Hauptkommissar Becker sah man ihn in Peter Fratzschners Thriller "Sieben Monde" und als frustrierter, melancholischer Romanautor trat er in Marc Rothemunds Komödie "Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit" auf. Im Jahr 2000 kam Waltz' Regiedebüt "Wenn man sich traut" im ZDF zur Ausstrahlung.

Grimmepreis für "Dienstreise"
Eine überaus anspruchsvolle und schwierige Rolle übernahm Christoph Waltz 2001 in dem nach dem authentischen Fall aus dem Jahr 1976 gedrehten TV-Zweiteiler "Tanz mit dem Teufel - Die Entführung des Richard Oetker", in dem er den brutalen Kidnapper des Industriellensohns spielte. 2002 war er im Kinofilm "Der alte Affe Angst" von Oskar Roehler als Analytiker zu sehen. Für den Part in der TV-Komödie "Dienstreise - Was für eine Nacht" erhielt Waltz 2002 zusammen mit dem Regisseur Stefan Wagner und dem Kollegen Armin Rohde einen Grimme-Preis. Es folgten anspruchsvolle Produktionen wie Hans-Günther Bückings Fernsehfilm "Jennerwein" (2003), Leander Haußmanns Kinoproduktion "Herr Lehmann" und Dito Tsinsadzes Kinofilm "Schussangst". Das ZDF zeigte mit "Der Mörder ist unter uns" im selben Jahr einen Psychothriller mit Waltz sowie 2004 "Scheidungsopfer Mann" und 2005 den Dreiteiler "Die Patriarchin".

Auch in der Folge waren es, neben einer Rolle in dem fürs Kino gedrehten fantastischen Abenteuerfilm "Lapislazuli - Im Auge des Bären" (2006), vorwiegend TV-Produktionen, für die Christoph Waltz engagiert wurde. Dabei reichte das Spektrum vom Krimi ("Polizeiruf 110", 2006) über die Komödie ("Franziskas Gespür für Männer", 2006), hin zur Romanverfilmung ("Die Zürcher Verlobung - Drehbuch zur Liebe", 2007) und zum TV-Thriller ("Das Jüngste Gericht", 2008; ORF-Zweiteiler). 2008 engagierte Quentin Tarantino Christoph Waltz für sein Weltkriegsdrama "Inglorious Basterds". Er spielte darin neben Brad Pitt den Haupt-Bösewicht, SS-Oberst Hans Landa. Mit dieser Rolle feierte Waltz seinen international bisher größten Erfolg. Ab dem 13. Januar ist er nun neben Seth Rogen und Cameron Diaz in "Green Hornet" zu sehen. Im Juni 2010 wurde Christoph Waltz, der Vater von vier Kindern ist und vorwiegend in London lebt, als Mitglied in die "Academy of Motion Picture Arts and Sciences" aufgenommen.

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