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Gérard Depardieu

Weltstar mit "Nebenjobs"

Weltstar mit "Nebenjobs"
Vom Hauptschüler und Gelegenheitsarbeiter zu einem der erfolgreichsten französischen Schauspieler, der auch in Hollywood Fuß fasste - Gérard Depardieu ist sicher einer der bekanntesten Franzosen überhaupt. "Nebenberuflich" ist er als Winzer aktiv: Auf seinem Weingut im Anjou keltert und verkauft er eigenen Wein. Am 16. Dezember startet sein neuer Film "Small World", in dem er neben Alexandra Maria Lara spielt. Am Samstag, 4. Dezember, sind die beiden gemeinsam als Wettpaten zu Gast in Düsseldorf.

Einfach hatte es Gérard Xavier Depardieu nicht, als er am 27. Dezember 1948 in Châteauroux südlich von Paris als drittes von sechs Kindern das Licht der Welt erblickte. Sein Vater war ein Alkoholiker, der kaum schreiben konnte, aber ein geschickter Schmied und Autospengler war. Die Mutter kümmerte sich um den Haushalt und beeinflusste ihren Sohn besonders durch ihre Liebe für das Kino. Depardieu besuchte die Hauptschule, hatte dort aber wegen Sprachstörungen Probleme. Mit 13 Jahren begann er eine Druckerlehre, die er abbrach. Später lebte er von Gelegenheitsarbeiten und verdiente sich im Sommer Geld als Strandjunge an der Côte d'Azur.

Umzug nach Paris
Als er 1965 nach Paris kam, begann Depardieus Schauspielkarriere. Er sprach am "Théâtre National Populaire" vor, überzeugte und erhielt kostenlosen Unterricht am "Cours d'art dramatique de Charles Dullin". Ab 1966 absolvierte er die noch renommiertere "Ecole d'art dramatique" von Jean-Laurent Cochet. Außerdem ließ er sich in Körperausdruck schulen und seine Sprechprobleme beseitigen.

Auf die Schauspielschule folgten Engagements am "Avantgarde Théâtre" sowie Auftritte in Film und Fernsehen als kleiner Gauner und Herumtreiber. So wirkte er in Filmen wie "Nathalie Granger" (1971) und "Die Ausgebufften" (1973) mit. Fortan stellte Depardieu in den 70er Jahren unter den profiliertesten französischen Regisseuren unangepasste Typen, häufig aber auch Außenseiter und brutale Kriminelle dar. Internationales Renommée gewann er in dem Melodram "Die letzte Metro" (1980). In dem farbigen Revolutionsdrama "Danton" (1982) gab Depardieu in der Titelrolle als lebensdurstig brachialer Machtmensch den Gegenspieler zum eiskalten Robespierre.


Untypische Arbeitswut

Depardieus physische Präsenz, die charakteristische Mimik und Gestik sowie eine für Stars eher untypische Arbeitswut mit fünf bis sechs Filmen jährlich machten ihn zum überragenden Filmstar Frankreichs. Er verkörperte das krasse Gegenteil des klassischen, eleganten und eloquenten französischen Liebhabers - und das kam an. Mitte der 80er Jahre wandte sich Depardieu schließlich der anspruchsvolleren Darstellung sensibler und zerrissener Charaktere zu. So in "Jean de Florette" (1985), in "Die Sonne Satans" (1986) als ein Gott suchender und von Dämonen gequälter Pfarrer und in "Camille Claudel" (1988) als Künstler Auguste Rodin.

Depardieus Paraderolle aber wurde 1989 "Cyrano de Bergerac" - der weltweite Erfolg des Films ebnete ihm den Weg nach Hollywood, wo er 1990 mit Andie MacDowell "Green Card" drehte, eine romantische Komödie über einen Franzosen in New York. Besonderen Erfolg hatte er auch mit der Verkörperung des Obelix (1999) in der ersten realen Asterix-Verfilmung. 2004 war Depardieu als fremdgehender Ehemann in "Nathalie" zu sehen. Danach verfolgte der Schauspieler vorübergehend verstärkt seine kulinarischen Interessen: Er veröffentlichte "Mein Kochbuch", eröffnete in Paris ein Restaurant und in Moskau ein Weingeschäft und brachte in Russland auch einen Weinbrand auf den Markt.

Zum dritten Mal als Obelix
In letzter Zeit war Gérard Depardieu aber wieder häufiger auch im Kino zu sehen, so unter anderem in den Filmen "City Of Ghosts" und "Boudou" (beide 2005) , "36 tödliche Rivalen" und "Noch einmal Ferien" (beide 2006) sowie in den Produktionen "Chanson d'Amour" und "La vie en rose" (2007), der umjubelten Verfilmung des Lebens von Edith Piaf. Für "Asterix bei den Olympischen Spielen" schlüpfte Depardieu 2007 zum dritten Mal in die Rolle des Obelix - eine Figur, die er sehr mag: "Was mich berührt, ist die Liebe, die er zu denen hat, die ihn umgeben. Es ist jemand, der überhaupt keine schlechten Gedanken über Andere hat. Er ist mit der ganzen Welt zufrieden und sieht das Böse nicht. Und wenn er es doch sieht, amüsiert er sich darüber ..."
Ab dem 16. Dezember ist Depardieu nun in der Literaturverfilmung "Small World" zu sehen. Dort spielt er einen Hausmeister, der zusehends alltägliche Dinge vergisst, sich aber immer präziser an seine früheste Kindheit erinnert. Simone (Alexandra Maria Lara), die junge Gattin des Familienerben, fühlt sich zu dem verwirrten Alten hingezogen, während der Rest der Familie sich kühl distanziert. Als Simone auch noch damit beginnt, das Puzzle aus Konrads Erinnerungen zusammen zu setzen, ahnt sie nicht, dass sie damit einem lebensgefährlichen Geheimnis auf der Spur ist ...

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