Schauspiel-Legende ist zurück
Als erster deutscher Schauspieler, der nach dem Zweiten Weltkrieg in Hollywood Karriere machte, hat Hardy Krüger Filmgeschichte geschrieben. Mit Filmen wie "Einer kam durch", "Hatari", "Der Flug des Phoenix", "Die Brücke von Arnheim" und "Die Wildgänse kommen" machte er sich weltweit einen Namen. Am 9. Januar 2011 wird Hardy Krüger, dessen Kinder Christiane Krüger und Hardy Krüger Jr. als Schauspieler in seine Fußstapfen traten, im ZDF-Film "Das Familiengeheimnis" zu sehen sein.
Bekannt ist das Multitalent aber auch wegen seiner Bücher, meist autobiografisch geprägter Romane, und seinen filmischen Reiseberichten, die unter dem Titel "Weltenbummler" im Fernsehen zu sehen waren.
Vom Theater zum Film
Hardy (eigentlich Eberhard) Krüger wurde am 12. April 1928 als Sohn von Max Krüger, einem Ingenieur, und dessen Frau Auguste in Berlin-Wedding geboren. Als Schüler musste er die Ordensburg in Sonthofen besuchen, ein nationalsozialistisches Elite-Internat, das er selbst als Qual empfand. Hier wurde er im Alter von 15 Jahren von Ufa-Regisseur Alfred Weidenmann für den Film "Junge Adler" (1943) entdeckt. 1945 als Panzergrenadier in der Division "Nibelungen" nach Tirol an die Front geschickt, geriet Hardy Krüger für kurze Zeit in amerikanische Gefangenschaft.
Nach Kriegsende ging Krüger nach Hamburg, um Schauspieler zu werden. Er begann als Statist am Deutschen Schauspielhaus und verdiente sich auch als Sprecher beim Nordwestdeutschen Rundfunk seinen Unterhalt. 1947 erhielt er ein Engagement an der Niedersächsischen Landesbühne in Hannover, kehrte aber 1948 nach Hamburg zurück an die "Junge Bühne". Er feierte hier Triumphe in "Mordprozess Mary Dugan", "Ich bin 17", "Glasmenagerie" und "Sie trafen sich wieder". Ein Engagement an den Münchner Kammerspielen folgte 1951. Zwölf Jahre stand Hardy Krüger insgesamt auf der Bühne, ehe er sich endgültig für den Film entschied. Erfolg war ihm aber auch noch 1985 mit einem seiner wenigen Ausflüge zurück ans Theater, dem Zweipersonen-Stück "Wiedersehen im Herbst", als alternder Tom Sawyer an der Seite von Mario Adorf beschieden.
Internationaler Durchbruch
Nach ersten Filmengagements 1949/1950 konnte sich Krüger im deutschen Unterhaltungsfilm rasch durchsetzen. Der Durchbruch zu internationalem Ruhm gelang ihm 1956 mit der Hauptrolle im englischen Kriegsfilm "Einer kam durch". Krüger war der erste deutsche Schauspieler, der es nach dem Krieg zu internationaler Anerkennung brachte.
In rund 75 Filmen spielte er Hauptrollen, wie in Howard Hawks Afrika-Streifen "Hatari" (1960) und Serge Bourginons "Sonntage mit Sybill", der 1962 mit dem Oscar als bester ausländischer Film ausgezeichnet wurde. Im Klassiker "Der Flug des Phoenix" brillierte er 1965 als pedantischer deutscher Tüftler, dem es gelingt, das bei einer Notlandung in der Wüste zerstörte Flugzeug wieder zusammenzubasteln.
Erfolge als Schriftsteller
Durch sein zunehmendes Engagement als Schriftsteller nahm Hardy Krüger gegen Ende der siebziger Jahre nur noch selten internationale Filmangebote an, so noch 1977 in dem Kriegsfilm "Die Brücke von Arnheim", an der Seite von Roger Moore und Richard Burton 1978 in "Die Wildgänse kommen" oder 1981 in Richard Brooks "Flammen am Horizont". Die deutschen Fernsehzuschauer erlebten ihn unter anderem auch in der von ihm selbst produzierten Serie "Hardys Bordbuch" (1963 bis 1968), in dem dreiteiligen Durbridge-Krimi "Das Messer" (1971) und in dem US-Mehrteiler "Der Feuersturm". 1986 schrieb Hardy Krüger für die NDR-Reihe "Geschichten aus der Heimat" das Drehbuch "Sonnenschauer" und spielte in dieser Folge auch die Hauptrolle.
Als Autor, Regisseur und Hauptdarsteller der NDR-Serie "Weltenbummler" präsentierte er dann von Oktober 1987 bis Ende 1995 in einem sehr persönlich gehaltenen "Reisetagebuch" spektakuläre Gegenden und ihre Menschen. Erste "Weltenbummler"-Stationen waren die Marquesas-Inseln in der Südsee, Nordmexiko, Alaska, Arizona und Indien, es folgten unter anderem Chile, Schottland, Irland, Macao, Thailand, Neuseeland, Bali, Utah, Hawaii, Tansania, Kanada und schließlich, in der Abschlusssendung, die winterlichen Rocky Mountains.
Liebe zu Afrika
Zu seiner zweiten Karriere als Schriftsteller fand Hardy Krüger vor allem durch das Land Tansania und seine Farm "Momella Lodge", die er 1960 gekauft und der er ein 140-Betten-Hotel sowie eine eigene Fleischfabrik angegliedert hatte. 1970 veröffentlichte Krüger mit "Eine Farm in Afrika" sein erstes Buch, ihm folgten weitere Romane, Kinderbücher und eine dreibändige Ausgabe zur TV-Serie "Weltenbummler" (1992 bis 1996). Unter dem Titel "Wanderjahre. Begegnungen eines jungen Schauspielers" erschienen 1998 die Memoiren Hardy Krügers über seine Kindheit und Jugendzeit unter dem Nationalsozialismus und besondere Erlebnisse mit berühmten Schauspielerkollegen und Politikern, aus denen auch Freundschaften entstanden sind, wie zum Beispiel mit Helmut Schmidt. 2007 veröffentlichte er das Buch "Die andere Seite der Sonne".
In seiner langen Karriere hat Hardy Krüger unzählige Ehrungen und Auszeichnungen erhalten. Unter anderem erhielt er 2008 das "Bambi" für sein Lebenswerk, 2009 wurde er mit dem Großen Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Hardy Krüger ist in dritter Ehe mit der Amerikanerin Anita Park verheiratet und lebt zumeist in Kalifornien. Aus zweiter Ehe mit der italienischen Malerin Francesca Marazzi stammen die Tochter Malaika und der Sohn Hardy, der wie Krügers Tochter Christiane aus erster Ehe eine Schauspielerlaufbahn eingeschlagen hat.
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