Von der Medizin zur Schauspielerei
Maria Furtwängler hat in ihrem Leben schon viele Rollen ausgefüllt: Die Großnichte des berühmten Dirigenten Wilhelm Furtwängler ist ausgebildete Sopranistin, hat lange Zeit als Ärztin praktiziert und engagiert sich für das Hilfsprojekt "Ärzte für die Dritte Welt". Am bekanntesten ist die Münchnerin aber zweifellos als Schauspielerin - so unter anderem als "Tatort"-Kommissarin Charlotte Lindholm. Am 13. und 14. Februar ist sie im Zweiteiler "Schicksalsjahre" im ZDF zu sehen.
Maria Furtwängler wurde 1966 in München geboren, ihre Mutter war Schauspielerin, der Vater Architekt. Nach der Schule studierte sie Humanmedizin in Montpellier und München, promovierte und praktizierte anschließend in München als Ärztin. Bereits im Alter von acht Jahren stand sie für den Film "Zum Abschied Chrysanthemen" (1974) erstmals vor der Kamera. Den Schauspielberuf erlernte die Medizinerin dann bei Kathrin Ackermann und Elionor Hoffmann. Daneben ließ sich das Allround-Talent auch noch zur Sopranistin ausbilden.
Durchbruch mit "Die glückliche Familie"
Mit der TV-Serie "Die glückliche Familie", die vier Jahre lang bis 1990 lief, wurde Maria Furtwängler erstmals einem breiteren Fernsehpublikum bekannt. Es folgten Komödien wie "Drei Frauen und (k)ein Mann" (1994), Serien wie "Hallo Onkel Doc" (1995 bis 1996) und auch romantische Melodramen wie Rosamunde Pilchers "Das Haus an der Küste" (1996) oder "Herzflimmern" (1997). Wiederholt war sie daneben in Krimiserien zu sehen, so in "Der Alte", "Der Fahnder" und "Siska". Im Krimimilieu bewährte sie sich auch als Ermittlerin in der NDR-Produktion "Die achte Todsünde - Gespensterjagd" (2000).
Im Jahr 2002 begann dann Maria Furtwänglers Karriere beim ARD-"Tatort". Als Kommissarin Charlotte Lindholm, die seit ihrer Scheidung mit einem Krimiautor zusammenlebt, ermittelt sie im Auftrag des Landeskriminalamtes Niedersachsen. Mit großem Erfolg: Ihr erster "Tatort" hatte 2002 mit 10,22 Millionen Zuschauern die höchste Einschaltquote aller "Tatorte" des Jahres. Als erfolgreichster Fernsehfilm des Jahres wurde die Produktion mit dem "Jupiter-Preis" der Zeitschrift "Cinema" ausgezeichnet.
Einsatz für die "Dritte Welt"
Neben den "Tatort"-Filmen steht Maria Furtwängler immer wieder auch in anderen Rollen vor der Kamera, so unter anderem 2002 für den Venedig-Krimi "In Sachen Signora Brunetti" nach Donna Leon und 2004 als Ressortchefin einer Boulevardzeitung in dem Ehedrama "So fühlt sich Liebe an". 2005 wurde ihr der "Siegfried-Lowitz-Preis für Theater und Schauspielkunst" verliehen. Für ihre schauspielerischen Leistungen wurde sie 2007 zudem mit dem "Deutschen Fernsehpreis" als beste Schauspielerin ausgezeichnet. 2010 fungierte sie als Gast-Moderatorin neben Giovanni di Lorenzo in der ARD-Talkshow "drei nach neun.
Neben ihrem schauspielerischen Engagement ist Maria Furtwängler seit Jahren für die Hilfsorganisation "Ärzte für die Dritte Welt" aktiv, deren Kuratoriumspräsidentin und Vorstandsmitglied sie ist. Mit der Hilfsorganisation hat sie selbst wiederholt in den Elendsgebieten von Kalkutta und Nairobi gearbeitet. Für ihr soziales Engagement erhielt sie 2003 das Bundesverdienstkreuz und 2010 die Bayerische Verfassungsmedaille in Silber. Maria Furtwängler ist seit 1991 mit Hubert Burda verheiratet und hat eine Tochter, Elisabeth, und einen Sohn, Jacob.
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