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Maria Riesch

"Goldmädel" in Vancouver

"Goldmädel" in Vancouver
Maria Riesch ist der neue Star unter Deutschlands alpinen Skiläuferinnen: Mit zwei Goldmedaillen, in der Super-Kombination und im Slalom, trumpfte die 25-Jährige bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver auf. Damit steht die 25-Jährige nun in einer Reihe mit Stars wie Katja Seizinger und Rosi Mittermaier. Am Samstag, 27. März, ist Maria Riesch als Wettpatin zu Gast bei Thomas Gottschalk.

Mit dem Skifahren begann Maria Riesch schon als Dreijährige. Zwei Jahre später meldeten die Eltern ihre Tochter bereits beim heimischen Skiclub an und wurden fortan ihre ständigen Begleiter auf der Piste. Mitte der neunziger Jahre reifte bei Maria Riesch der Entschluss, eine Karriere als Skirennläuferin anzustreben. Dafür hätte sie am liebsten sogar die Schule geschmissen, was von den Eltern allerdings verhindert wurde. Eine Kombination von beidem ließ sich am besten im Skigymnasium Berchtesgaden realisieren, wo die 17-Jährige in die Ferienwohnung ihres Trainers Markus Anwander einzog.

Debüt im Weltcup mit 16
Damals hatte Maria Riesch gerade ihre ersten größeren Erfolge gefeiert, denn mit dem Gewinn eines kompletten Medaillensatzes bei der Junioren-WM im schweizerischen Verbier hatte sie mehr als nur eine Talentprobe abgelegt. Noch im gleichen Winter 2000/01 kam die erst 16-Jährige vom SC Partenkirchen auf ihrem Hausberg zum ersten Weltcupeinsatz. Mit Platz 20 konnte sie dabei auf Anhieb Punkte erobern. Im Winter 2001/02 holte sich Maria Riesch den Gesamtsieg im Europacup sowie mit drei Abfahrtserfolgen die Disziplinenwertung, die ihr für die nächste Saison einen Abfahrts-Fixplatz im Weltcup garantierte.

Auf nationaler Ebene hatte sie bereits 2001 gezeigt, dass sie schon bald der Maßstab sein würde, denn nach ihren Siegen in Abfahrt und Super-G bei den nationalen Meisterschaften gewann sie 2002 erneut die Abfahrt. Darüber hinaus war sie mit Gold und Silber anlässlich der WM in Tarvis im Juniorenbereich nach wie vor die eifrigste Medaillensammlerin.

Erfolgreich in allen Disziplinen
Im Winter 2002/03 bestritt Maria Riesch schließlich ihre erste komplette Weltcupsaison, die sie auf dem respektablen 32. Gesamtrang abschloss. Auffallend war dabei, dass die junge Deutsche in allen Disziplinen punktete und - fast erwartet - in der Kombinationswertung von Lenzerheide ihren ersten Podestplatz erreichte. Mit weiteren respektablen Ergebnissen eroberte sie einen Platz im deutschen WM-Team, und beinahe hätte sie in St. Moritz für einen Paukenschlag gesorgt, als sie in der Kombination als Fünfte einen Podestplatz nur knapp verfehlte.

Nach guten Resultaten bis zum Jahreswechsel 2003 gelang Maria Riesch Ende Januar 2004 der absolute Durchbruch. In Haus im Ennstal gewann sie ihre erste Weltcupabfahrt. Tags darauf stürzte sie im zweiten Rennen schwer, aber nur weitere 24 Stunden später schlug sie wieder zu und gewann den Super-G. Mit dem zweiten Erfolg innerhalb weniger Tage gehörte Maria Riesch endgültig zur absoluten Elite, und das bestätigte sie bis Saisonende noch mehrfach. Am eindrucksvollsten gelang ihr dies mit ihrem Slalomsieg im finnischen Levi, denn nun konnte sie bereits in drei Disziplinen auf Siege innerhalb einer Saison verweisen. Als Gesamtdritte im Weltcup meldete sie bereits jetzt ihre Anwartschaft auf einen möglichen Gesamtsieg in absehbarer Zukunft an.

Ärger mit Verletzungen
Im Vorfeld der neuen Weltcupsaison wurde Maria Rieschs Aufstieg in die absolute Weltspitze sodann aber jäh gebremst. Nach einer Knochenabsplitterung in der Schulter im November 2004 meldete sie sich zunächst mit einem dritten Platz im Super-G von St. Moritz eindrucksvoll zurück. Nur wenige Wochen später riss ihr bei einem Sturz im Super-G von Cortina dAmpezzo im Januar 2005 das Kreuzband im rechten Knie. Die Weltmeisterschaften und der Rest der Saison fanden ohne Riesch statt. Nach mehrmonatiger Pause und Rehabilitation musste sie wegen einer Knochenstauchung im linken Schienbein erneut einige Wochen aussetzen. Auch die Olympischen Spiele 2006 verpasste Maria Riesch verletzungsbedingt wegen eines Kreuzbandrisses im Knie.

Eine sensationelle Rückkehr auf das Siegerpodest feierte Maria Riesch mit ihrem Sieg in der Abfahrt von Lake Louise im Dezember 2006. In ihrer ersten kompletten Weltcupsaison nach zweijähriger Pause erreichte sie achtmal die besten zehn (in vier verschiedenen Disziplinen) und fuhr bei den Weltmeisterschaften dreimal unter die Top Ten. In der Saison 2008/09 gelang ihr sogar das Kunststück, in nur einem Winter den Weltmeistertitel und den Slalom-Weltcup zu gewinnen - das schaffte vor ihr 1976 nur Rosi Mittermaier.

Gastrolle im "Marienhof"
Maria Riesch ist im Weltcup eine echte Allrounderin, die in allen Disziplinen das Potenzial hat, auf Sieg zu fahren. Dank ihres ausgeprägten Skigefühls fühlt sie sich sowohl in den technischen Disziplinen als auch auf den Abfahrtspisten zu Hause. Außerordentliches Bewegungsgefühl, Spaß am Skifahren und Mut zum Risiko machen die Stärken Rieschs aus. In ihrer Freizeit liest sie gerne Krimis. Vor der Saison 2004/05 übernahm sie eine Gastrolle in der ARD-Daily-Soap "Marienhof", 2008 war sie in einer Folge der Telenovela "Sturm der Liebe" zu sehen. Außerdem veröffentlichte sie ein eigenes Buch mit dem Titel "Abgefahren", in dem sie Ratschläge und Motivationshilfen für Sportler nach Unfällen und Rückschlägen gab.

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