Filme für das Publikum
An der Hochschule wirkte Emmerich gegen Ende der 70er Jahre an der Gestaltung mehrerer Filme anderer mit, vor allem als Ausstatter. 1979 entstand in Zusammenarbeit mit Ulrich Möller sein erster "Übungsfilm" als Regisseur. Da ihn allerdings der publikumsferne Stil seiner Kommilitonen von der HFFM störte, beschloss er, Filme zu machen, die sich an den Wünschen der "Kids" orientierten. Das Genre seiner Wahl hieß daher Science-Fiction. Bereits der Abschlussfilm "Das Arche Noah Prinzip" (1983) sorgte für internationale "Furore". In Deutschland sahen über 200.000 Kinobesucher die Geschichte einer Raumstation, von der aus Wettermanipulationen für militärische Zwecke geleitet wurden.
Karriere in den USA
Auch in der Folge waren seine Filme an den Kinokassen äußerst erfolgreich: Mit "Joey" landete er 1985 einen ausgesprochenen "Hit" und "Moon 44" trug ihm 1989 schließlich das Angebot ein, für die amerikanische Produktionsfirma "Carolco" zwei Filme in den USA abzudrehen. 1992 kam mit "Universal Soldier" der erste Film auf den Markt. Mit knapp 100 Millionen Dollar Umsatz bei nur 20 Millionen Dollar Produktionskosten war "Universal Soldier" ein beträchlicher finanzieller Erfolg. Zwei Jahre später folgte "Stargate", der geschickt mit der Hypothese eines Besuchs Außerirdischer auf der Erde zur Zeit der ägyptischen Antike spielt. Alle Rekorde brechen sollte jedoch 1995 "Independence Day", der Steven Spielbergs 1993 Maßstäbe setzenden "Jurassic Park" überrundete und Roland Emmerich zum erfolgreichsten deutschen Regisseur in Hollywood beförderte. Die Story handelt von einer Invasion Außerirdischer, die die Erde bedrohen und das Weiße Haus in Schutt und Asche legen, schließlich jedoch am 4. Juli, dem amerikanischen Unabhängigkeitstag, der zum "Independence Day" der ganzen Welt wird, zurückgeschlagen werden.
Honorarprofessor in Ludwigsburg
Das nächste Kinospektakel Emmerichs, seine moderne Version des japanischen Monster-Klassikers "Godzilla" um eine durch Atomwaffenversuche entstandene, gigantische Riesenechse, zählte in den USA zu den Kassenschlagern des Jahres 1998 und wurde mit dem Publikumspreis des Europäischen Filmpreises ausgezeichnet. Emmerich hatte währenddessen die Berufung zum Honorarprofessor der Filmakademie Ludwigsburg erhalten und wurde Anfang 1999 sogar mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse für seinen herausragenden Beitrag zur Kunst des Filmemachens und der Förderung des deutschen Kino-Nachwuchses geehrt.