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Stefan Raab

Lästermaul, Hitproduzent, Show-Erfinder

Lästermaul, Hitproduzent, Show-Erfinder
Stefan Raab und Lena Meyer-Landrut, die als Siegerin aus der Show "Unser Star für Oslo" hervorging, sind zu Gast bei "Wetten, dass..?". Stefan Raab, das kreative Multitalent, passt perfekt in unsere Mediengesellschaft: Songs wie "Maschendrahtzaun" und "Hol' mir mal 'ne Flasche Bier" stürmten die Charts, Raabs Grand-Prix-Auftritt erregte internationales Aufsehen.

Geboren 1966 in Köln, besuchte Stefan Raab in Bonn-Bad Godesberg ein Jesuiten-Internat, das er mit dem Abitur verließ. Danach studierte er fünf Semester Jura in Köln und Bielefeld und absolvierte nebenbei eine Ausbildung zum Metzger im elterlichen Betrieb in Köln. Schon früh begann Raab zu komponieren und brachte sich selbst das Spielen mehrerer Instrumente bei. Während seines Studiums schrieb er Fernseh- und Filmmelodien sowie Werbejingles. Da ihm das mehr Spaß machte als das Studium, gründete er bald eine eigene Musikproduktionsfirma - nicht ohne vorher seine Metzgerausbildung abzuschließen.

Showkarriere aus "Zufall"
Seine Showkarriere begann 1993 rein zufällig: Bei einem Geschäftsbesuch beim Musiksender VIVA, dem er einige Kompositionen verkaufen wollte, geriet Raab durch Zufall in ein Moderatorencasting. Den "VIVA"-Machern gefiel seine spontane, freche Art so gut, dass sie mit ihm die Sendung "Vivavision" produzierten, eine Sendung, bei der Raab zwischen aktuellen Videoclips Prominente auf die Schippe nahm. Im Rahmen von "Vivavision" berichtete Raab auch von der Fußball-WM 1994, bei der einer seiner ersten großen Hits entstand: "Böörtie, Böörtie Vogts". Als er mit diesem Charterfolg in der "ZDF-Hitparade" auftrat, sang er einen falschen Text und ließ den Siegerpokal fallen: Auffallen durch Danebenbenehmen wurde fortan zu Raabs Masche.

1995 produzierte Stefan Raab das Album "Alles mit'm Mund" von den "Prinzen" und ging selbst gemeinsam mit Schlager-Oldie Jürgen Drews ins Studio, um ein Hip-Hop-Remake des Schlagers "Ein Bett im Kornfeld" aufzunehmen. Von da an ging es steil bergauf: Eine zweite "VIVA"-Show ("Ma kuck'n", 1995 bis 1996) und ein weiterer Chart-Erfolg mit "Hier kommt die Maus" folgten. Die Single zum 25-jährigen Bestehen der "Sendung mit der Maus" verkaufte sich über 400.000 Mal und brachte ihm die erste Goldene Schallplatte und 1997 einen "Echo" als bester Produzent ein.

Produzent von Guildo Horn
Unter dem Pseudonym "Alf Igel" schrieb und produzierte Stefan Raab 1998 "Guildo hat euch lieb" für Guildo Horn, der damit am "Grand Prix d'Eurovision de la Chanson" teilnahm und einen regelrechten Schlagerboom in Deutschland auslöste. Der große Durchbruch im Fernsehen gelang ihm mit "TV Total" bei "Pro Sieben", das er seit März 1999 zunächst wöchentlich und inzwischen vier Mal in der Woche moderiert. Für "TV Total" erhielt Raab 1999 den "Deutschen Fernsehpreis" für die beste Unterhaltungsshow des Jahres.

Als "Nebenprodukt" entstanden immer wieder von ihm entweder selbst gesungene oder zumindest produzierte Hits wie "Maschendrahtzaun" (Nummer 1 in den deutschen Charts) oder "Wadde hadde dudde da", mit dem er im Jahr 2000 selbst am "Grand-Prix d'Eurovision de la Chanson" teilnahm und einen hervorragenden fünften Platz belegte. Ein weiterer Höhepunkt in Raabs Medienkarriere war der Boxkampf gegen Weltmeisterin Regina Halmich, der ihm 2001 Rekordquoten - und ein gebrochenes Nasenbein - einbrachte. Im März 2007 trat er ein zweites Mal gegen Halmich an, verlor allerdings wieder. Aufsehen erregten auch die von ihm initiierten "Wok-Weltmeisterschaften", bei denen Prominente in einem Wok eine Eisbahn hinunterfahren - übrigens entstanden aus einem Wetteinsatz bei "Wetten, dass..?".

Spektakuläre Aktionen
Mit solchen Aktionen will Raab sich und andere auch in Zukunft herausfordern - "nebenbei" ist er weiter auch als Musikproduzent tätig: Im März 2004 präsentierte er im Rahmen von "TV Total" die Aktion "Stefan sucht den Super-Grand-Prix-Star" und nahm fortan den Gewinner der deutschen Vorentscheidung für den Eurovision Song Contest, Max Mutzke, unter seine Obhut. Der Abiturient vertrat Deutschland mit dem von Raab geschriebenen Song "Can't wait until tonight" in Istanbul und belegte dort den achten Platz. Raab wurde für die Idee und Umsetzung der Sendung mit einem "Echo" sowie dem "Grimme-Preis" ausgezeichnet.

Jeweils einen Tag vor den Bundestagswahlen moderierte 2005 und 2009 die Sendung "TV-Total-Bundestagswahl", bei der sich Deutsche, Ausländer und auch Jugendliche unter 18 Jahren per Telefon an einer fiktiven Wahl-Abstimmung beteiligen konnten. 2006 rief er die Sendung "Schlag den Raab" ins Leben. In 21 Ausgaben konnte Raab 15 Mal den Sieg für sich verbuchen. Für "Schlag den Raab" erhielt er im September 2007 den "Deutschen Fernsehpreis", im Februar 2008 die "Goldene Kamera" in der Kategorie "Unterhaltung" sowie im April 2009 den österreichischen Fernsehpreis "Romy" in der Kategorie "Beste Programmidee".

Ein Bambi fürs Regal
Eine weitere Auszeichnung wurde dem vielseitigen Künstler im November 2008 zuteil: Er erhielt in Offenburg den "Bambi" in der Kategorie "Entertainment". In der Folge verlängerte er den Vertrag mit seinem Heimatsender "Pro Sieben" im Frühjahr 2009 um mehrere Jahre. Im März desselben Jahres ging Raab mit der Show "Schlag den Star", einer neuen Variante von "Schlag den Raab", an den Start. Erster Star, der sich der Herausforderung stellte, war Stefan Effenberg. Es folgten Boris Becker, Stefan Kretzschmar und Wigald Boning.

Am 2. Februar 2010 startete die Casting-Show für den Eurovision Song Contest "Unser Star für Oslo", in der Stefan Raab in einer Kooperation zwischen Pro7 und der ARD den deutschen Teilnehmer für den Wettbewerb ermittelte. Am 12. März fiel die Entscheidung: Lena Meyer-Landrut wird uns am 29. Mai 2010 beim Eurovision Song Contest in Oslo vertreten. Sie setzte sich mit ihrem Song "Satellite" durch.

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