Profiboxer der Extraklasse
Als amtierender IBF-, WBO- und IBO-Weltmeister im Schwergewicht ist Wladimir Klitschko einer der besten - wenn nicht gar der beste - Boxer der Welt. Nachdem er 1996 bereits Olympiasieger war, holte Klitschko seinen aktuellen Weltmeistergürtel 2006 durch einen K.O.-Sieg über Chris Byrd. Am Samstag, 27. Februar, ist Wladimir Klitschko als Wettpate zu Gast bei Wetten, dass..? in Erfurt.
Wie sein älterer Bruder Vitali sollte auch Wladimir Klitschko auf Wunsch der Eltern Tischtennis-Spieler werden, begann dann aber im Alter von 14 Jahren mit dem Boxen. Beim Armeesportclub seiner Heimatstadt Kiew erhielt er eine solide Grundausbildung und war bereits als Jugendlicher recht erfolgreich. Das Vorbild hatte er ja mit dem fünf Jahre älteren Vitali in der eigenen Familie. Den Beweis, dass er mit Vitali sportlich auf einer Stufe steht, erbrachte Wladimir dann schnell. Gemeinsam prägten die Klitschkos ab Mitte der 90er Jahre bis heute die Box-Szene.
Comeback nach schwerer Niederlage
Schon 1996 hatte Wladimir Klitschko für Schlagzeilen gesorgt, als er sich in Atlanta als erster weißer Boxer seit drei Jahrzehnten den Olympiasieg im Superschwergewicht holte. Durch diesen Erfolg wurden die Macher im internationalen Profiboxen auf den jungen Ukrainer aufmerksam, der wie sein älterer Bruder Vitali beim deutschen Promoter Klaus-Peter Kohl einen Profivertrag unterzeichnete. Unter Anleitung von Fritz Sdunek verbesserte sich Klitschko stark und feierte eine Reihe schneller K.O.-Erfolge. Gegen Axel Schulz holte er sich 1999 zunächst den EM-Titel, ehe er im Oktober 2000 auch den WM-Titel der WBO an sich riss.
Nach mehreren Titelverteidigungen hoffte der "Kleine" der Klitschkos auf einen wirklich lukrativen Fight, verlor aber im März 2003 überraschend gegen den Amerikaner Corrie Sanders. Mit dieser für ihn neuen Situation musste Wladimir erst einmal umgehen lernen. Als ihm Lamon Brewster im Frühjahr 2004 in einem neuerlichen WM-Fight eine schwere Abfuhr erteilte, befürchteten manche schon das Ende seiner Karriere. Mit der Niederlage gegen Brewster musste Wladimir Klitschko nicht nur seinen Traum vom WM-Titel begraben, sondern sich auch wieder langsam "nach oben dienen". 2006 nutzte er gegen IBF-Champion Chris Byrd seine nächste WM-Chance und holte sich mit seinem K.O.-Sieg auch gleich den vakanten IBO-Titel.
Eindrucksvolle Leistung
Gegen Calvin Brock und Ray Austin hatte Wladimir wenig später keine Mühe, seinen Titel zu verteidigen. Am 7. Juli 2007 trat Klitschko in der Kölnarena gegen Lamon Brewster an, den er trotz gebrochener linker Führhand mit einer eindrucksvollen Leistung durch Aufgabe nach der sechsten Runde besiegte. Im Februar 2008 gewann Wladimir Klitschko den Vereinigungskampf der Verbände IBF und WBO durch einen Punktsieg nach zwölf Runden über Sultan Ibragimow.
Im Juli 2008 verteidigte Wladimir Klitschko seinen WM-Titel im Schwergewicht gegen Tony Thompson in Hamburg durch einen K.O.-Sieg in der elften Runde. Durch den Gewinn des WBC-Titels durch seinen Bruder Vitali im Oktober 2008 gelang den Klitschkos das Kunststück, dass erstmals zwei Brüder gleichzeitig Schwergewichtsweltmeister waren - und es bis heute auch sind.
Zwangspause nach Schulter-OP
Im Kampf um die IBF-/WBO-Weltmeisterschaft im Schwergewicht im Dezember 2008 in Mannheim besiegte Titelverteidiger Wladimir Klitschko den US-Amerikanischer Hasim Rahman durch technischen K.O. in der siebten Runde. Seinen bisher letzten Kampf absolvierte Klitschko am 20. Juni 2009 in der Arena auf Schalke und verteidigte im Weltmeisterschaftskampf im Schwergewicht seinen Titel der Versionen WBO und IBF. Er besiegt Ruslan Tschagajew durch technischen K.O. in der zehnten Runde.
Nach einer Schulteroperation im August 2009 stieg Wladimir Klitschko im selben Jahr nicht mehr in den Ring. Im November wurden Wladimir und Vitali Klitschko mit dem Sport-Bambi ausgezeichnet. Am 20. März 2010 will Wladimir Klitschko seine WM-Titel gegen den Herausforderer Eddie Chambers in Düsseldorf verteidigen.
Kein Klischee-Boxer
Nicht nur wegen ihrer sportlichen Erfolge gelten die Klitschkos, die 2004 ihre eigene Box-Promotionsfirma gegründet haben, in ihrer Heimat als Volkshelden. Wie sein Bruder Vitali passt auch Wladimir, der sein Studium der Sportwissenschaften an der Kiewer Universität im Jahr 2000 mit dem Doktortitel abschloss, nicht in das herkömmliche Klischee vom Boxprofi. Wie sein Bruder beeindruckt auch er durch geschliffenes Auftreten in der Öffentlichkeit und zeigt sich sehr kulturinteressiert.
Er liebt neben der deutschen und ukrainischen Küche auch japanische und griechische Spezialitäten, ist viel auf Reisen und spielt Gitarre und Saxophon. Gemeinsam mit Bruder Vitali engagiert er sich auch sozial, zum Beispiel als Botschafter der UNESCO. 2003 gelang den Klitschkos ein großer Erfolg auf dem Buchmarkt: "Unser Fitnessbuch" wurde zum echten Bestseller; nur ein Jahr später veröffentlichten sie ihre ebenfalls erfolgreiche Autobiografie "Unter Brüdern".
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