Prototyp des Sachsen und Publikumsliebling
Schlitzohrig betrachtet er die Merkwürdigkeiten der Welt. Damit verleiht er seinen Rollen einen unverwechselbaren Charakter. Wolfgang Stumph ist ein Volksschauspieler und Publikumsliebling, wie er im Buche steht. Als Prototyp des Sachsen sorgt er für Unterhaltung im Kabarett, im Fernsehen und im Kino. Mit Fernsehserien wie "Salto Postale" und Filmen wie "Go Trabi Go" brillierte Stumph mit seinem hintergründigen Humor, mit "Stubbe - Von Fall zu Fall" erreichte er auch im Krimigenre Kultstatus.
Wolfgang Stumph wurde 1946 in Wünschelburg (Schlesien) geboren. Vor seiner staatlichen Schauspielausbildung in der DDR absolvierte er ein Studium der Ingenieurpädagogik.
Der "kleine Mann" als Paraderolle
Sein Entschluss, auf die Bühne des Dresdner Kabaretts "Die Herkuleskeule" zu gehen, bildete den Grundstein seines schauspielerischen Schaffens. Seine Paraderolle wurde die des "kleinen Mannes", eben eines prototypischen Sachsen, der es versteht, hinter einfachen Sätzen Systemkritik zu verbergen.
Gegen Ende der 1980er Jahre gelang Wolfgang Stumph der Sprung in die Fernsehunterhaltung mit komödiantischen Gastauftritten als "Beutelgermane Stumpi" mit DDR-typischem Dederon-Beutel in Gunther Emmerlichs "Showkolade".
Wandelbarer Mime
In einer Doppelrolle im dem Film "Der Job seines Lebens" (2003) gelang Wolfgang Stumph ein weiterer komödiantischer Fernseherfolg. Mit dem Kinofilm "Bis zum Horizont und weiter" (1999) und in den Fernsehproduktionen "Ein Stück vom Glück" (2001) und "Eine Liebe in Königsberg" (2006) entstanden Filme, in denen er aus der rein komödiantischen Rolle heraus fällt. Ab 1991 trat Stumph parallel in seinem Kabarett-Programm "Antrak auf STUMPHsinn" auf. Die stets ausverkauften und aktualisierten Programme gemeinsam mit seinen Partnern Gunter Antrak und Detlef Rothe hatten ihre letzte Aufführung in der Dresdner Komödie am 5. Mai 2006.
Seit Jahren engagiert sich Wolfgang Stumph für ein Kinderheim im sächsischen Volkersdorf und einen Dresdner Förderkreis für krebskranke Kinder. Auch ist er Kuratoriumsmitglied der Dresdner Kinderhilfe e.V. sowie seit 2000 ehrenamtlicher Mitarbeiter für UNICEF.
Film und Fernsehen - eine Auswahl:
- 1988-1990 "Showkolade" (TV-Show)
- 1991 "Nimm dir Zeit" (TV-Show); "Go Trabi Go", Kino, Regie: Peter Timm; "Ein Fall für TKKG - Drachenauge", Regie: Ulrich König
- 1992 "Das war der wilde Osten" ("Go Trabi Go" II), Kino, Regie: Wolfgang Büld, Reinhard Kloos
- 1993-1996 "Salto Postale" (24 Folgen), ZDF
- seit 1994 "Stubbe - von Fall zu Fall"; Regie: diverse; u.a. Thomas Jacob, Wolfgang Luderer, Christa Mühl, Peter Karhane
- 1995 "Theaterdonner", Regie: Stefan Lukschy
- 1998-2000 "Salto Kommunale" (18 Folgen), ZDF, Regie: Franz Josef Gottlieb, Ralf Gregan
- 1999 "Bis zum Horizont und weiter", Kino, Regie: Peter Kahane; 2001 "Ein Stück vom Glück" Regie: Rolf von Sydow
- 2002 "Ein Sack voll Geld", Regie: Hajo Gies
- 2003 "Der Job seines Lebens I", Regie: Rainer Kaufmann
- 2004 "Das blaue Wunder", ZDF, Regie: Peter Kahane; "Der Job seines Lebens II", Regie: Hajo Gies
- 2005 "Das Schwalbennest", ZDF, Regie: Maris Pfeiffer
- 2006 "Dresden", ZDF, Regie: Roland Suso Richter; "Eine Liebe in Königsberg", ZDF, Regie: Peter Kahane
- 2007 "Beim nächsten Kind wird alles anders", ZDF, Regie: Uwe Janson "Heimweh nach Drüben", Regie: Hajo Gies
- 2008 "Im Meer der Lügen", Regie: Jörg Grünler; "Stürmische Zeiten", ZDF, Regie: Zoltan Spirandelli
- 1996 "Die Geliebte: Ein uralter Trick", Regie: Ralf Gregan
- 2009 "40 Tage Angst", ZDF, Regie: Thorsten Näter;
TV-Serien - eine Auswahl:
- 1988-1990 "Showkolade" (TV-Show)
- 1991 "Nimm dir Zeit" (TV-Show)
- 1993-1996 "Salto Postale" (24 Folgen), ZDF, Regie: Stefan Luschky, Franz Josef Gottlieb, Bernhard Stephan
- 1998-2001 "Salto Kommunale" (26 Folgen), ZDF, Regie: Franz Josef Gottlieb, Ralf Gregan
- 2006 "Salto speziale" (3 Folgen), ZDF, Regie: Ralf Gregan
Auszeichnungen - eine Auswahl:
- 1995 TeleStar für "Salto postale"
- 1996, 1999 und 2003 Publikumspreis Goldene Henne
- 2004 Bayerischer Fernsehpreis für "Stubbe - Von Fall zu Fall"
- 2005 Bremer Till-Eulenspiegel-Satirepreis